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Modellgemeinde
Hausen trägt den Titel "Modellgemeinde im Biosphärenservat Rhön". Diese Auszeichnung verpflichtet die Gemeinde zugleich, ihre natürlichen Lebengrundlagen zu schützen, Vorsorge für die Erholung in der freien Landschaft zu treffen sowie ein vorausschauendes Nutzungs- und Entwicklungskonzept für das Gemeindegebiet zu erstellen und umzusetzen.
Beispielhaft sind die Bemühungen der Gemeinde Hausen um den Erhalt der Kulturlandschaft, deshalb wurde sie als Modellgemeinde im Biosphärenreservat Rhön ausgewählt.
Steckbrief einer Modellgemeinde (aus dem Jahr 2000)
Ortsteile: Hausen, Roth und Hillenberg
Einwohner: 786
Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Rhön. Große Teile liegen im Naturschutzgebiet "Lange Rhön".
Gewerbe: In der Gemeinde sind 41 Betriebe mit ca. 250 Beschäftigten gemeldet.
Landwirtschaft: 2 Vollerwerbslandwirte, 20 Nebenerwerbslandwirte
Einstufung im Regionalplan: Keine Zentrumsfunktion; organische Entwicklung in den Bereichen Wohnen und Gewerbe im Rahmen des Eigenbedarfs.
Das zukunftsorientierte Handeln steht ganz unter den Vorgaben:
- Erhalt einer ganz besonders wertvollen Kulturlandschaft (bewahren und entwickeln)
- Ansprüche an die Landschaft (Interessen in Einklang bringen)
- Erhalt des dörflichen Charakters (Siedlung, Wirtschaft und Verkehr)
- Fremdenverkehr, Freizeit und Erholung (Produkte aus der Region für die Gastronomie)
- Ziele für die Land- und Forstwirtschaft (Förderprogramme für die Landwirte zur Erhaltung der Kulturlanschaft).
In einer Zukunftswerkstatt haben die Bürger und Gemeinderäte über die Entwicklung ihrer Gemeinde nachgedacht. Hierbei haben sich im Bereich Landwirtschaft und Gastronomie Arbeitsgruppen gebildet, die an der Zukunftsgestaltung der Gemeinde arbeiten und dabei zeigen wollen, dass man im Einklang mit der Natur wirtschaften und leben kann.
Wo in anderen Dörfern die traditionellen Obstwiesen den Neubaugebieten weichen mussten, sind sie in Hausen erhalten geblieben. Unterstützt durch die Bürger und Behörden ist ein Lehrpfad aufgebaut, der dem interessierten Besucher die große Sortenvielfalt und andere Besonderheiten dieses Streuobstgürtels vermittelt.
Aber man hat auch erkannt, dass ein langfristiger Erhalt nur möglich ist, wenn man das Obst wirtschaftlich nutzen kann. So findet im Herbst ein Apfelmarkt statt, bei dem sich die Besucher mit garantiert unbehandeltem Obst preiswert eindecken können. Äpfel, Birnen und vor allem die Hausener Zwetschgen werden zu Säften, Marmeladen und hochprozentigen Köstlichkeiten verarbeitet und in Bauernläden und Gastronomie angeboten.
Stationen der Modellgemeinde Hausen:
September 1996 - Ernennung zur Modellgemeinde
November 1996 - Befragung der Bevölkerung
Januar 1997 - Zukunftswerkstatt Hausen
März 1997 - Stromsparwettbewerb
April 1997 - 3. Rhöner Apfelmesse
Juli 1997 - Projektwoche
September 1997 - Landschaftspflegetag in Hausen
Oktober 1997 - 1. Apfelmarkt in Hausen
März 1998 - Gemeinderatsbeschluss für die AGENDA 21
April 1998 - Anschluss an die Marketinggemeinschaft
Juni 1998 - Aktionswoche "Rhöner Essen wie vor 100 Jahren"
Oktober 1998 - 2. Apfelmarkt
Mai 1999 - Eröffnung des Streuobstlehrpfades
Oktober 1999 - 3. Apfelmarkt
Mai 2000 - 5. Rhöner Apfelmesse
Biosphärenreservat
Die Weltkulturorganisation UNESCO mit Sitz in Paris erkennt im Rahmen ihres Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) seit 1970 Biosphärenreservate an.
Über die gesamte Erde verteilt soll in 340 Biosphärenreservaten nachvollziehbar aufgezeigt werden, wie der Mensch die Natur nutzen kann, ohne sie dadurch zu zerstören.
Es geht also darum, ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur aufzuzeigen.
Biosphärenreservate sind demnach - anders als der Name ausdrückt - keine Reservate, sondern hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Das unterscheidet sie auch von den Nationalparks, in denen die Natur im Vordergrund steht. In den Biosphärenreservaten dagegen sollen ökologische Modellregionen entstehen, die wirtschaftlich tragfähig sind.
Als die UNESCO 1991 die jahrhundertealte Kulturlandschaft der Rhön zum Biosphärenreservat erklärte, wurde damit eine neue Epoche in der Entwicklung des "Landes der offenen Ferne" eingeleitet. Damit wurde die Rhön vor vielen anderen Regionen ausgezeichnet.
Wappenbeschreibung
In Silber über gesenktem schwarzen Wellenbalken ein deichselförmiger roter Feuerbock.
Hausen gehörte im Hochmittelalter zur Herrschaft Hiltenburch (Hiltenburg), die im Jahre 1228 an das Hochstift Würzburg überging. Als Vorlage für die Gestaltung des Wappens wählte die Gemeinde das Siegel des Grafen Otto von Hiltenburch, das an der noch erhaltenen Übertragungsurkunde von 1228 hängt. Der Feuerbock, das Wappensymbol der Grafen zu Hiltenburch (Reste der Stammburg im Gemeindeteil Hillenberg) wurde rot tingiert, um auf die Zugehörigkeit Hausens zum Hochstift Würzburg nach 1228 hinzuweisen. Der schwarze Wellenbalken symbolisiert das sogenannte "Schwarze Moor", das als größtes Hochmoor der Rhön eine seltene Flora und Fauna aufweist.
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